Paywall einfach erklärt – Welche Arten von Bezahlschranken gibt es?

In jeder Branche gibt es sie, so auch in der Welt der Medien: Fachbegriffe, die man häufiger hört, bei denen man jedoch unsicher ist, was genau sie bedeuten und wie ihre Definition lautet. In unserem Blog erörtern wir immer wieder solche Fachbegriffe kurz und verständlich. Dieses Mal: Paywall einfach erklärt.

Was versteht man unter Paywall – einfach erklärt?

Unter Paywall versteht man eine Bezahlschrank für digitale Angebote. Nutzer und Nutzerinnen können das Angebot nur vollständig lesen, abspielen oder hören, wenn sie diese in irgendeiner Form bezahlen. Das kann eine Gebühr oder ein Abo sein. Bezahlen die Userinnen und User nicht, macht die Website nur einen kleinen Ausschnitt des Contents zugänglich.

Der Begriff Paywall beziehungsweise paid Content (also Bezahlinhalte) spielt vor allem für Zeitungshäuser, Zeitschriften-Verlage, News-Portale sowie andere digitale Medien und Informationsangebote eine Rolle. Diese finanzieren über bestimmte Formen der Bezahlschranke ihre Offerten – etwa wenn es um anspruchsvolle journalistische Beiträge geht.

Welche Modelle der Paywall gibt es?

  • Hard Paywall – Alle Inhalte sind hinter einer Paywall verborgen, so dass für jeden Content bezahlt werden muss.
  • Freemium oder Soft Paywall – Freemium bezeichnet eine Mischung aus frei zugänglichem Content und Premiuminhalten. Letztere sind nur nach Zahlung einer Gebühr, dem Kauf eines Tagespasses oder Abschluss eines Abos zugänglich. Rund 60 Prozent der deutschen Tages- und Wochenblätter nutzen das Freemium-Modell.
  • Metered Model – Die Nutzerinnen und Nutzer können beim metered Model (zu Deutsch: Modell mit Messvorgang) in einem bestimmten Zeitraum eine bestimmte Anzahl kostenpflichtiger Angebote ohne Bezahlung nutzen. So können sie etwa zehn Zeitungsartikel im Monat kostenlos lesen und müssen dann entweder eine Gebühr entrichten oder bis zum nächsten Monat warten.
  • Hybrid Modell – Das Hybrid Modell der Paywall ist eine Mischung aus Freemium und Metered Model.
  • Spendenmodell der Paywall beziehungsweise freiwillige Bezahlung – Nur wenige Zeitungsverlage setzen auf das Lesen nach einer freiwilligen Spende oder Bezahlung in beliebiger Höhe. Dennoch generieren die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage so ernstzunehmende Umsätze.

Wo wird die Bezahlschranke eingesetzt?

Die Paywall kann für diverse digitale Inhalte eingesetzt werden, etwa für Streamingdienste, Videos auf Videoplattformen, Audiomedien, Games oder Smartphone-Apps. Eine größere Bekanntheit hat das Tool vor allem in Bezug auf Zeitschriften- und Zeitungsverlage sowie digitale Medien erlangt.

Das Wall Street Journal gilt als eines der ersten großen Zeitungshäuser, das 1998 das gesamte digitale Nachrichtenangebot hinter so einer Paywall verbarg. Weitere Verlage folgten mit den Jahren. Auch in Deutschland setzte sich das Modell der Bezahlschranke allmählich durch. Zumeist mit der Begründung, dass eine Refinanzierung der aufwändig erstellten journalistischen Beiträge durch Abonnierende und Anzeigen nicht mehr reichte. Heute gibt es kaum noch eine Tageszeitung, die keine Form der Bezahlschranke nutzt. Als einer der Nachteile einer Paywall gilt jedoch, dass so der freie Zugang zu wichtigen Informationen eingeschränkt und die freie Meinungsbildung beschnitten wird.

Paywall und SSO

Ein Vorteil der Bezahlschranke ist für die Anbietenden, dass man so zugleich Informationen über die Kunden und Kundinnen sammeln kann. Denn oft lässt der jeweilige Anbieter Paywall und SSO miteinander verbinden. Einfach erklärt: SSO bezieht sich auf die Registrierung per Kundenkonto. SSO ist die Abkürzung für Single-Sign-on – zu deutsch Einmalanmeldung.

Wie der Name schon andeutet, ist diese Form der Registrierung also besonders komfortabel. Denn die Nutzenden müssen sich nur einmal anmelden und können dann auf alle Funktionen etwa des News-Portals zugreifen, ohne sich immerzu neu einloggen zu müssen. Um die Sicherheit beim SSO zu erhöhen, ist die Anmeldung meist mit einer Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) oder zumindest einer Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) verbunden – zum Beispiel mittels Passworteingabe und Freigabe per Smartphone.

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Dennis Offermann | AdNord Media GmbH
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