Foto: freepik.com / KI-generiert

Virtuelle Influencer: Die neue Generation digitaler Markenbotschafter

Virtuelle Influencer und Influencerinnen sind computergenerierte Persönlichkeiten, die in sozialen Netzwerken auftreten wie echte Menschen – mit eigenem Stil, eigener Stimme und einem authentisch wirkenden digitalen Leben. Sie interagieren mit ihrer Community, kooperieren mit Marken und bauen sich eine Fanbase auf. Was zunächst wie Science-Fiction klingt, ist längst Realität: Avatare wie Lil Miquela, Imma oder Noonoouri haben Millionen Follower und stehen bei großen Unternehmen unter Vertrag.

Virtuelle Influencer und Influencerinnen in der Unternehmenskommunikation

Für Firmen bieten virtuelle Influencer und Influencerinnen spannende neue Möglichkeiten im Onlinemarketing. Sie sind rund um die Uhr einsatzbereit und lassen sich zu 100 Prozent an Markenwerte und Zielgruppen anpassen. Dazu zählen – besonders relevant für globale Unternehmen – Sprache, Kleidung, Storylines sowie allgemeine kulturelle Merkmale und Unterschiede.

Zudem funktionieren virtuelle Influencer und Influencerinnen besonders gut in der Mode-, Beauty- und Lifestylebranche, wo Ästhetik und Markeninszenierung eine zentrale Rolle spielen. Somit bieten diese digitalen Markenbotschafter und Markenbotschafterinnen eine attraktive Alternative – oder Ergänzung – zur klassischen Influencer-Kampagne.

Welche virtuellen Persönlichkeiten sind derzeit besonders erfolgreich?

Drei der bekanntesten Beispiele zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und einflussreich computergenerierte Avatare sein können.

  • Lil Miquela gilt als Pionierin unter den virtuellen Influencern und Influencerinnen. Die computergenerierte 19-Jährige aus Los Angeles wurde 2016 von der Agentur Brud ins Leben gerufen und hat mittlerweile über 2,5 Millionen Follower auf Instagram. Sie arbeitet mit Marken wie Prada, Calvin Klein oder Samsung zusammen und nutzt ihre Plattform nicht nur für Fashion-Inhalte, sondern auch für aktuell relevante Themen wie Black Lives Matter oder LGBTQ+-Rechte. Ihre Posts wirken so echt, dass viele User und Userinnen lange nicht bemerkten, dass Lil Miquela kein echter Mensch ist.
  • Imma ist ein pinkhaariger Avatar aus Japan, entwickelt von der Firma Aww Inc. Sie steht für japanische Popkultur, Urban Fashion und digitale Ästhetik. Imma tritt regelmäßig in Werbekampagnen asiatischer und internationaler Marken auf, darunter IKEA, Puma oder Valentino. Ihr Erfolg zeigt, wie stark virtuelle Influencer und Influencerinnen lokal kulturell geprägt sein können – und trotzdem global Aufmerksamkeit erzeugen.
  • Noonoouri ist ein digitaler Avatar aus Deutschland mit internationaler Reichweite. Sie wurde von dem Münchner Designer Joerg Zuber entwickelt und steht für High Fashion, Kunst und Ethik. Noonoouri lebt vegan, setzt sich für Nachhaltigkeit ein und hat mit Luxusmarken wie Dior, Versace oder Burberry zusammengearbeitet. Ihr Look erinnert bewusst an Manga-Figuren – eine Ästhetik, die junge Zielgruppen besonders anspricht.

Während bei diesen Beispielen die Herkunft aus dem Pixel-Universum noch recht deutlich ist, sind computergenerierte Influencerinnen wie Aitana Lopez, Shudu oder Rozy kaum noch von Menschen zu unterscheiden. Sie gehen durch die realistische Darstellung viral, tauchen sogar in echten Nachrichtenformaten auf und sind damit für den Transport von Markenbotschaften äußerst wertvoll.

Gibt es rechtliche Risiken beim Einsatz virtueller Influencer und Influencerinnen?

Auch wenn virtuelle Influencer und Influencerinnen keine realen Personen sind, gelten für sie die gleichen gesetzlichen Rahmenbedingungen wie für klassische Influencer und Influencerinnen. Dazu gehören Kennzeichnungspflichten bei Werbung, Urheberrechte bei Bildern und Musik sowie Datenschutzbestimmungen. Die rechtliche Verantwortung liegt immer beim Unternehmen oder der Agentur, die den Avatar betreibt.

Besondere Aufmerksamkeit sollten die Contentschaffenden auf Transparenz legen: User und Userinnen müssen klar erkennen können, dass es sich um eine virtuelle Persönlichkeit handelt. Kommuniziert man dies nicht richtig, drohen nicht nur rechtliche, sondern auch Reputationsrisiken.

Wie authentisch wirken virtuelle Influencer und Influencerinnen auf ihre Zielgruppen?

Obwohl virtuelle Influencer und Influencerinnen künstlich sind, bauen viele eine echte emotionale Bindung mit ihrer Community auf. Dies gelingt durch regelmäßigen, gut geplanten Content, Storytelling und Interaktion. Besonders jüngere Zielgruppen, die in digitalen Umgebungen aufgewachsen sind, nehmen Avatare als „real“ im Sinne von unterhaltsam und vertrauenswürdig wahr.

Die Authentizität ergibt sich nicht aus Echtheit, sondern aus Konsistenz und kreativer Inszenierung. Dabei spielt es oft keine Rolle, ob ein Influencer oder eine Influencerin aus Fleisch und Blut besteht oder aus Pixeln – solange die Geschichten berühren und die Markenbotschaft überzeugt.

Welche Chancen und Risiken birgt der Einsatz?

Virtuelle Influencer und Influencerinnen bieten großes Potenzial für Marken, sich innovativ zu positionieren und neue, digital affine Zielgruppen anzusprechen. Sie erlauben kreative Freiheit, maximale Kontrolle und global einsetzbare Kampagnen. Gleichzeitig erfordern sie jedoch auch einen fortgeschrittenen technischen Background und viel strategisches Feingefühl.

Ein Risiko besteht darin, dass ein virtueller Avatar schnell als zu künstlich oder unglaubwürdig wahrgenommen wird. Auch ethische Fragen – etwa zu Schönheitsidealen oder Diversität – sind verantwortungsvoll zu behandeln. Wer hier transparent und sensibel agiert, kann sich als Vorreiter beziehungsweise Vorreiterin in einem zukunftsweisenden Bereich positionieren.

Ein Beitrag von: Helena Sophie Kaschig

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Stefanie Fritz-Hilke | AdNord Media GmbH
Virtuelle Influencer und Influencerinnen sind ein Zukunftsthema in der Unternehmenskommunikation!
Stefanie Fritz-Hilke
Social Media Managerin

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